So., 20. Aug. 2017, 22:53

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Lebenslauf

Man kann über meinen Lebenslauf bereits zu Beginn sagen, dass er zwar einerseits recht geradlinig ist (der Traum eines Personalchefs), andererseits aber auch recht unspektakulär (der Albtraum eines PR-Managers).

Geboren wurde ich am 5. Juli 1975 in Herzberg im Landkreis Osterode am Südrand des Harzes. In meinen ersten sechs Lebensjahren verbrachte ich mehr oder weniger regelmäßig viel Zeit in einer Augenklinik in Hamburg-Eppendorf, wo mit diversen Behandlungen und Operationen gegen meinen angeborenen Sehfehler gekämpft wurde – Gott sei Dank recht erfolgreich, denn bei meiner Geburt war ich nahezu blind. Heute trage ich zwar eine Brille, aber ansonsten erinnert nichts mehr an diese Zeit. Ich hatte also Glück im Unglück, woraus sich auch meine heutige Lebensphilosophie herleitet:

Es mag zwar dicke kommen, aber mit Geduld und Spucke kann man sich meist auch wieder aufrappeln, wenn man nur den Mut nicht verliert.

Meine Schulzeit verlebte ich vollständig in Herzberg – erst an der Mahnte-Grundschule (1982 bis 1986), dann an der Orientierungsstufe (1986 bis 1988) und schließlich am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (1988 bis 1995). Nach dem Abitur verdiente ich mir erst einmal etwas Geld in der Herzberger Papierfabrik, wo ich zwei Monate im Schichtdienst an der Maschine stand. Ich habe dabei viele Erfahrungen gemacht, vor allem war es für mich spannend (und auch etwas beängstigend), dass ich mit Menschen zusammen gearbeitet habe, die knapp zwei, drei Jahre älter waren als ich selbst, aber dabei ganz andere Sorgen und Probleme hatten: Wie finanziert man das Haus, wie kriegt man die Kinder groß - und da stand ich nun mit der einzigen Sorge: Kriegst du auch deinen Studienplatz?

Ich kriegte ihn und begann im Wintersemester 1995/96 mein Studium an der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn. Ich verbrachte wunderbare neun Semester dort – Marburg ist eine wirklich tolle Stadt, aufgebaut in verschiedenen Ebenen. Ganz oben auf dem Berg thront die Burg, um den Berg herum ist die historische Altstadt, ganz unten der moderne Teil der Stadt. In der Altstadt reiht sich Bistro an Kneipe an Restaurant – ein Traum für den ach-so-geplagten Studenten, der ich war…

Tatsächlich empfand ich das Studium als nicht anstrengend. Schließlich habe ich nur das getan, was mich interessiert hat, nämlich Deutsch und Englisch auf Lehramt am Gymnasium studiert. Die einzige Hürde, die ich mit viel Anlauf erst meistern konnte, war das Latinum, das ich bis zur Zwischenprüfung nachgeholt haben musste – und das bedeutete, dass zwei komplette Semesterferien für Lateinkurse geopfert werden mussten. Und dabei gibt es doch so viele schöne Kneipen in der Altstadt…

Nachdem ich schließlich im Dezember 2000 mein Erstes Staatsexamen abgelegt und mir anschließend mit verschiedenen Nebenjobs – aber auch mit einem etwas ausgedehnteren Urlaub – die Zeit vertrieben hatte, nahm ich dann im Sommer 2001 meinen Abschied von Marburg.

Die nächste Etappe führte nach Bensheim an der Bergstraße, wo ich mein Referendariat im Schuljahr 2001/02 begann. Hier musste ich erkennen, dass der so oft lapidar dahin gesagte Ausspruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ eine ganz große Wahrheit verkündet. Es waren die zwei Jahre, die mich am meisten belastet haben in meinem Leben.

Aber auch diese Zeit ging vorbei, nach zwei Jahren hielt ich dann im Mai 2003 mein Zeugnis über das Zweite Staatsexamen in der Hand – und noch heute habe ich beste Kontakte zu meiner alten Wirkungsstätte. Es war also nicht alles schlecht…

Es begann der Bewerbungsmarathon. 130 Bewerbungen in den Norden Deutschlands, denn ich wollte, nachdem ich nun die Mitte und den (relativen) Süden des Landes erforscht hatte, als nächstes ans Meer.

Es folgte entsprechend auch eine Vorstellung auf der Insel Wangerooge – wo ich gern gearbeitet hätte, antizipierter Inselkoller berücksichtigt. Die Klassenstärke dort beträgt sechs bis acht Schüler und es gibt keine Oberstufe auf der Insel – also auch keine Abiturkorrekturen!

Ich hätte sofort angefangen, aber man ließ mich warten, wollte noch eine andere Bewerberin kennen lernen. Manchmal gibt es so etwas wie Gerechtigkeit im Leben: jene „Andere“ ist zum Vorstellungsgespräch vier Wochen später ganz einfach nicht erschienen – und ich hatte in der Zwischenzeit die Zusage von Goslar erhalten.

Nun liegt Goslar jetzt nicht in unmittelbarer Nähe zum Meer, aber ich hatte mir selbst zum Ziel gesetzt „in den Norden“ zu gehen. Goslar liegt in direkter Straßenverbindung über den Harz 46 km nördlich von Herzberg. Also bitte - passt doch!

Nun ja, der Rest ist Geschichte. Ich trat meinen Dienst an im Sommer 2003, unterrichtete das erste Jahr an der Orientierungsstufe (wurde dorthin abgeordnet) und bin seitdem an meiner Stammschule, dem Christian-von-Dohm-Gymnasium in Goslar.

Wenn ich jetzt so zurückblicke, dann bin ich eigentlich ganz froh, dass mein Lebenslauf so unspektakulär ist – was kümmern mich PR-Manager, ich jedenfalls hatte die allermeiste Zeit ein gutes Leben und sehr viel Spaß.

Abschließend, nun mehr 34 Jahre alt, kann ich nur noch sagen: Tempus fugit! Und damit zeigen, dass zwei komplette Semesterferien doch auch ihre Spuren hinterlassen haben…